Mittwoch, 13. Februar 2013
Und plötzlich ist man dick!
jaimie160274, 17:46h
Und plötzlich ist man dick.....
Als ich ein keines Mädchen war ich immer ziemlich dünn, fast schon dürr, was wohl zum Teil
daher kommen könnte , das ich irgendwie immer in Bewegung gewesen bin. Ich fuhr viel mit dem Rad, spielte Fußball,kriegen oder verstecken , schaukelte, machte Hinkel-la-Pinkel und alles was andere Kinder damals so gemacht haben ( und was heute keine Kinder mehr wirklich kennen, es sei denn es wäre Computeranimiert). Ich war immer in Aktion.
Als ich dann in der siebten Klasse war wurde ich etwas fauler, die Pubertät griff nach mir mit all den Sorgen , Ängsten Pickeln und Hormonschwankungen die sie so mit sich zog und ich nahm ein wenig zu, ja , war fast schon ein bisschen moppelig, was meine Schwestern mich dann auch spüren ließen. Gott sei Dank war das nur eine Phase und und im bestem Teenageralter konnte ich mich figurmäßig nicht beklagen. Ich machte viel Sport, spielte Tisch Tennis oder Badminton und tanzte mir die Seele aus dem Leib. In der Oberstufe ging es dann in etwa so weiter, ich hatte Sport-Leistungskurs und tanzte fröhlich durch mein Leben. Jedes Wochenende war Disco angesagt und auch in der Woche ließen wir die Puppen ganz schön tanzen. Ich konnte essen so viel ich wollte....eine Tüte Chips am Tag...kein Problem...alles wurde verbrannt und verarbeitet, Gewichtsprobleme gab es bei mir nicht. Ich konnte nicht verstehen warum manche Menschen so Probleme damit hatten...ein bisschen Diziplin, hier und da ein wenig Sport...konnte mir keiner erzählen das man , wenn man es wirklich will , nicht abnehmen konnte!! Ich führte große Reden das MIR soetwas sicher nicht passieren konnte...oh man, was war ich doch für eine blöde Kuh!
Mit meinem Abitur in der Tasche ließ ich dann alles etwas ruhiger angehen. Vorbei war der Sport und durch meine Beziehung zu Thorsten war es auch nach und nach mit meinen heißen Partynächten vorbei. Ich wurde faul.....und fauler....! Als ich dann auch noch schwanger wurde machte ich den Fehler den wohl viele schwangere Frauen machten....ich aß für zwei. Nein , ich muss mich korrigieren...ich fraß für zwei. Die ersten Wochen ging es noch , aber dann in den letzten Wochen wurde es echt heftig. Ich durfte mich nicht mehr groß bewegen , weil ich Probleme mit vorzeitigen Wehen hatte und mein Muttermund sich schon relativ früh in der Schwangerschaft geöffnet hatte, also saß ich nur noch rum und langweilte mich. Aus Langeweile fraß ich dann wieder. Meine Mama und auch Thorsten fütterten mich recht gut, vielleicht dachten sie wenn sie mir nur immer schön das Maul stopfen würden ,dann würde ich mich nicht so viel beklagen , also trifft sie zumindest eine Mitschuld an , meinem plötzlich auseinandergehenden Körper. Klar , ich war schwanger , das man da runder werden würde war mir klar , aber auch wenn ich mir noch so oft einzureden versuchte das alles "völlig normal" sei....musste ich doch irgendwann einsehen das 30 Kilo Gewichtszunahme bei einer Schwangerschaft keineswegs als " normal" zu bezeichnen ist....Netterweise half mir mein Frauenarzt bei dieser Einsicht indem er mir mitteilte das meine Gewichtszunahme "bedenklich" war.
" Bedenklich"...hm....wie meinte er das bloss ? Kann man doch sicher ruck zuck wieder abnehmen wenn erstmal alles vorbei ist...lach....sich selbst belügen...immer ein guter Trick um den Tatsachen nicht ins Auge sehen zu müssen.
Nach der Entbindung schaffte ich es tatsächlich 20 Kilo nach und nach ab zu arbeiten, aber 10 blieben und erinnerten mich immer wieder an meine Dummheit.
10 Kilo...was war das schon, hatte ich nun also Hosengröße 38 /40 anstatt 36...halb so wild...dafür hatte ich eine süße Tochter...sie war es wert!
Bei der zweiten Schwangerschaft war ich dann schlauer...acht Kilo brachte sie mir und die waren auch ratz fatz wieder weg als die Litte dann da war und alles sich wieder normalisiert hatte.
Irgendwann gewöhnte ich mich dann an meine neue Hosengröße und war ganz zufrieden. Es war nicht perfekt , aber irgendwie okay. Ich konnte damit leben...war zufrieden, auch wenn eine kleine
Stimme mir immer wieder zu flüsterte das ich abnehmen müsste. Dabei galt ich nicht mal als übergewichtig....ich empfand es nur manchmal so. Aber wie gesagt...es war okay.
Dann begann der Stress mit meiner Mama....ich hatte immer Magenschmerzen...Schleimhautentzündung....ein nagendes Hungergefühl welches einfach niemals aufhören wollte. Monatelang ging das so.. ich versuchte durch viele kleine Mahlzeiten meinen Magen zu beruhigen aber es half alles nichts. Die Sorge um meine Mama war zu stark und ich dachte mal wieder nicht weiter nach und aß und aß.
Mama starb.. und dann war m mir so und so alles egal....wenn nur der Schmerz nachlassen würde. I
Ich bekam Probleme mit den Knien, musste operiert werden und konnte eine zeitlang gar nicht mehr laufen, ja , musste sogar teilweise im Rollstuhl sitzen weil ich so viel Wasser in beiden Knien hatte das ich sie nicht mehr belasten konnte. Ich bekam dann eine zeit lang Cortison, was zwar meine Beschwerden linderte, sich aber negativ auf mein Gewicht auswirkte.
Zu allem Überfluß hörte ich auch noch auf zu rauchen und das war es dann.....Ich ging auf wie ein Hefekloß!!
Kennt ihr das Michelin Männchen? So fühle ich mich.
Dick und unförmig......
Das , was mir nie passieren sollte ...es geschah. Ich wurde dick. Lass es das Cortison, das Aufhören zu rauchen oder die mangelnde Bewegung gewesen sein...Ausreden gibt es immer , aber es war sicherlich auch schlicht und einfach mangelnde Diziplin, Faulheit und zu einem relativ großen Teil " DUMMHEIT"
Klar...ist doch kein Problem, dann nimmt man halt wieder ab...mag der eine oder andere jetzt denken , aber so leicht ist es nicht. Es fühlt sich an wie ein Teufelskreis..
.Sport soll helfen...Super Idee, aber mit zwei kaputten Knien die keinerlei Belastung ertragen ist das leichter gesagt als getan.
Weniger Essen! Noch bessere Idee, aber durch meine Tablettentherapie habe ich ständig Magenprobleme und muss regelmäßig etwas essen. Außerdem ist es nicht unbedingt förderlich wenn dann die (schlanke) Familie neben einem sitzt und sich die dicke Schokolade rein zieht , die man doch auch immer so gerne gegessen hat. Ich esse gerne, das kommt noch dazu! Dann sitzt da wieder der kleine Teufel auf der Schulter der einem zu flüstert das es so und so egal ist..".jetzt bist du fett...da kommt es nicht mehr drauf an!" es ist wirklich hart.
Ich weiß nicht wie ich es überhaupt schaffen konnte nicht mehr zu rauchen...wenn es doch mit dem Essen auch so einfach wäre.
Man denkt sich das man nur einmal lebt...das man es genießen möchte und nicht ständig hungern will. Aber kann man es so genießen ?
Ich weiß nicht ob Jemand der dick ist wirklich zufrieden mit sich sein kann...ich weiß nur das ich es nicht bin. Ich sehe mich im Spiegel und werde echt wütend über das was ich sehe. Man wird kaufsüchtig, weil man denkt je schöner die Klamotten desto weniger fällt auf wie häßlich man geworden ist.
Man vermeidet es an Orte zu gehen an denen Menschen sind die einen von Früher kennen könnten , aus Angst in deren Augen das Erschrecken zu sehen...oder die Schadenfreude.
Man schämt sich mit seinem Mann gesehen zu werden, weil man nicht möchte das der Mann sich schämt für seine dicke Frau.
Auf Feiern fühlt man sich unwohl, verkriecht sich in der Ecke, will nicht auffallen, weil man denkt alle reden darüber wie man sich verändert hat, dabei ist es völlig egal ob sie es wirklich tun oder nicht denn so lange man denkt das sie es tun könnten lähmt es einen einfach nur.
Man mag im Restaurant kein Dessert bestellen weil man denkt die tuscheln dann über dich.
Beim Einkaufen fürchtet man sich davor das man vor gelassen wird weil Jemand denkt man sei schwanger.
Man guckt genau wo man sich hin setzt , nicht das eine Bank umfällt oder ein Stuhl zusammen bricht (oder etwa eine Hollywoodschaukel reisst weil man sich raufgelegt hat)
Man hört überall versteckte Anspielungen auf das Gewicht heraus , ist ständig auf der Flucht .
Man nervt den Partner mit seiner Unsicherheit, will ständig eine Bestätigung, Liebesgeständnisse und , was am schlimmsten ist , man hat furchtbare Angst nicht mehr zu genügen...das da Jemand kommt der schöner , schlanker und vor allem " einfacher" ist al man selbst.
Mir geht es schon lange so .
Es gibt Tage da kann man sich gut belügen, da findet man alles nicht so schlimm, und in dem neuen Pullover sieht man ja kaum was, redet man sich ein.
Und dann kommt wieder so ein Tag an dem man in ein richtig tiefes Loch fällt.
Man ist auf einer Feier und versucht sich unsichtbar zu machen. Vermeidet es mit Menschen zu sprechen die man lange nicht gesehen hat. Selbst Komplimente über ein schönes Kleid kann man nicht als solche annehmen. Man denkt die sagen das aus Mitleid, weil sie einfach nur "nett" sein wollen ,oder ,man denkt , wenn es sich um Fremde handelt die einem ein Kompliment machen ,das sie denken das man ein besonders schönes Umstandskleid an hat.
Mir ging es erst vor kurzem so.
Es war ein schrecklicher Abend. Alle haben sich amüsiert...nur ich nicht und wenn ich mal ganz ehrlich mit mir selbst bin , dann ist es meine eigene Schuld. Das wurde mir klar nachdem ich mal wieder ganz in Selbsmitleid versunken ein paar Tage gelitten habe.
Ich kann niemanden vorschreiben was er zu denken hat. Und sicher denkt der eine oder andere das ich ziemlich auseinander gegangen bin , aber bin ich deswegen weniger ich ? Ändert es etwas an meiner Person ? Meinem Wesen ? Natürlich habe ich mich verändert. Ich bin nun dick. Sicherlich hat mein zu nehmender Körper mein hart erarbeitetes Selbstbewußtsein ziemlich auseinandergerissen ( man achte auf das Wortspiel), mich unsicher gemacht...aber hat dieser verdammte fette Körper mich zerstört ? Ist da noch irgendwo in mir die Kathrin die ich mal gewesen bin ?
Mir fehlt mein altes Leben. Mir fehlt mein Job, den ich nicht mehr ausüben kann weil die Knie streiken, mir fehlt es zu tanzen bis ich nicht mehr kann, mich frei zu fühlen, mir fehlt meine Hosengröße 38-40.mir fehlt es einfach los zu rennen ..alles was mich ausgemacht hat ist weg...futsch....unerreichbar., Aber hat mich nur das ausgemacht ?
Ich habe viel darüber nachgedacht. Man muss sich selbst mögen. Wenn man sich selbst nicht mag wie sollen es dann andere ?
Das fällt mir im Moment noch schwer doch ich denke ich kann daran arbeiten. Ich muss mich einfach nur neu finden.
Vielleicht sollte ich versuchen es mit Humor zu nehmen....( wenn ich dadurch an der Kasse schneller dran komme ist es vielleicht auch nicht schlecht)
Heute ist ein guter Tag...heute komme ich damit klar das ich" plötzlich " ( haha) dick bin.
Morgen kann es anders aussehen.
Jeder Tag ist ein Kampf und ich fürchte mich davor zu verlieren...Mich zu verlieren, aber aufgeben ist nicht....das kann ich nicht , denn ich esse nicht nur gern...ich lebe auch gern und will lernen es wieder zu genießen..
Warum schreibe ich das alles ? Aus vielerlei Gründen. Zum einen möchte ich einmal aus der Sicht einer " dicken" zeigen wie es ist " dick" zu sein. Wie sich ein "dicker" fühlen kann.Ich schreibe "kann" weil ich ja eigentlich nur von mir ausgehen kann....wie andere "dicke" sich fühlen weiß ich nicht.
Dann schreibe ich es weil viele mich oder mein Verhalten vielleicht nicht immer verstanden... haben...lach...nicht schlimm...wie ihr seht verstehe ich mich auch nicht immer.
Ich habe es satt mich zu verstecken...nun kann ich es auch nicht mehr ...zumindest nicht vor denen, die diesen Beitrag gelesen haben.
Vor allen anderen ?Vielleicht...
Morgen ist ein neuer Tag und ich weiß noch nicht ob es ein guter oder ein schlechter sein wird-.
Vielleicht bin ich ja morgen" plötzlich "wieder schlank!
Hab ich erwähnt das ich auch eine "Träumerin" bin ?
Als ich ein keines Mädchen war ich immer ziemlich dünn, fast schon dürr, was wohl zum Teil
daher kommen könnte , das ich irgendwie immer in Bewegung gewesen bin. Ich fuhr viel mit dem Rad, spielte Fußball,kriegen oder verstecken , schaukelte, machte Hinkel-la-Pinkel und alles was andere Kinder damals so gemacht haben ( und was heute keine Kinder mehr wirklich kennen, es sei denn es wäre Computeranimiert). Ich war immer in Aktion.
Als ich dann in der siebten Klasse war wurde ich etwas fauler, die Pubertät griff nach mir mit all den Sorgen , Ängsten Pickeln und Hormonschwankungen die sie so mit sich zog und ich nahm ein wenig zu, ja , war fast schon ein bisschen moppelig, was meine Schwestern mich dann auch spüren ließen. Gott sei Dank war das nur eine Phase und und im bestem Teenageralter konnte ich mich figurmäßig nicht beklagen. Ich machte viel Sport, spielte Tisch Tennis oder Badminton und tanzte mir die Seele aus dem Leib. In der Oberstufe ging es dann in etwa so weiter, ich hatte Sport-Leistungskurs und tanzte fröhlich durch mein Leben. Jedes Wochenende war Disco angesagt und auch in der Woche ließen wir die Puppen ganz schön tanzen. Ich konnte essen so viel ich wollte....eine Tüte Chips am Tag...kein Problem...alles wurde verbrannt und verarbeitet, Gewichtsprobleme gab es bei mir nicht. Ich konnte nicht verstehen warum manche Menschen so Probleme damit hatten...ein bisschen Diziplin, hier und da ein wenig Sport...konnte mir keiner erzählen das man , wenn man es wirklich will , nicht abnehmen konnte!! Ich führte große Reden das MIR soetwas sicher nicht passieren konnte...oh man, was war ich doch für eine blöde Kuh!
Mit meinem Abitur in der Tasche ließ ich dann alles etwas ruhiger angehen. Vorbei war der Sport und durch meine Beziehung zu Thorsten war es auch nach und nach mit meinen heißen Partynächten vorbei. Ich wurde faul.....und fauler....! Als ich dann auch noch schwanger wurde machte ich den Fehler den wohl viele schwangere Frauen machten....ich aß für zwei. Nein , ich muss mich korrigieren...ich fraß für zwei. Die ersten Wochen ging es noch , aber dann in den letzten Wochen wurde es echt heftig. Ich durfte mich nicht mehr groß bewegen , weil ich Probleme mit vorzeitigen Wehen hatte und mein Muttermund sich schon relativ früh in der Schwangerschaft geöffnet hatte, also saß ich nur noch rum und langweilte mich. Aus Langeweile fraß ich dann wieder. Meine Mama und auch Thorsten fütterten mich recht gut, vielleicht dachten sie wenn sie mir nur immer schön das Maul stopfen würden ,dann würde ich mich nicht so viel beklagen , also trifft sie zumindest eine Mitschuld an , meinem plötzlich auseinandergehenden Körper. Klar , ich war schwanger , das man da runder werden würde war mir klar , aber auch wenn ich mir noch so oft einzureden versuchte das alles "völlig normal" sei....musste ich doch irgendwann einsehen das 30 Kilo Gewichtszunahme bei einer Schwangerschaft keineswegs als " normal" zu bezeichnen ist....Netterweise half mir mein Frauenarzt bei dieser Einsicht indem er mir mitteilte das meine Gewichtszunahme "bedenklich" war.
" Bedenklich"...hm....wie meinte er das bloss ? Kann man doch sicher ruck zuck wieder abnehmen wenn erstmal alles vorbei ist...lach....sich selbst belügen...immer ein guter Trick um den Tatsachen nicht ins Auge sehen zu müssen.
Nach der Entbindung schaffte ich es tatsächlich 20 Kilo nach und nach ab zu arbeiten, aber 10 blieben und erinnerten mich immer wieder an meine Dummheit.
10 Kilo...was war das schon, hatte ich nun also Hosengröße 38 /40 anstatt 36...halb so wild...dafür hatte ich eine süße Tochter...sie war es wert!
Bei der zweiten Schwangerschaft war ich dann schlauer...acht Kilo brachte sie mir und die waren auch ratz fatz wieder weg als die Litte dann da war und alles sich wieder normalisiert hatte.
Irgendwann gewöhnte ich mich dann an meine neue Hosengröße und war ganz zufrieden. Es war nicht perfekt , aber irgendwie okay. Ich konnte damit leben...war zufrieden, auch wenn eine kleine
Stimme mir immer wieder zu flüsterte das ich abnehmen müsste. Dabei galt ich nicht mal als übergewichtig....ich empfand es nur manchmal so. Aber wie gesagt...es war okay.
Dann begann der Stress mit meiner Mama....ich hatte immer Magenschmerzen...Schleimhautentzündung....ein nagendes Hungergefühl welches einfach niemals aufhören wollte. Monatelang ging das so.. ich versuchte durch viele kleine Mahlzeiten meinen Magen zu beruhigen aber es half alles nichts. Die Sorge um meine Mama war zu stark und ich dachte mal wieder nicht weiter nach und aß und aß.
Mama starb.. und dann war m mir so und so alles egal....wenn nur der Schmerz nachlassen würde. I
Ich bekam Probleme mit den Knien, musste operiert werden und konnte eine zeitlang gar nicht mehr laufen, ja , musste sogar teilweise im Rollstuhl sitzen weil ich so viel Wasser in beiden Knien hatte das ich sie nicht mehr belasten konnte. Ich bekam dann eine zeit lang Cortison, was zwar meine Beschwerden linderte, sich aber negativ auf mein Gewicht auswirkte.
Zu allem Überfluß hörte ich auch noch auf zu rauchen und das war es dann.....Ich ging auf wie ein Hefekloß!!
Kennt ihr das Michelin Männchen? So fühle ich mich.
Dick und unförmig......
Das , was mir nie passieren sollte ...es geschah. Ich wurde dick. Lass es das Cortison, das Aufhören zu rauchen oder die mangelnde Bewegung gewesen sein...Ausreden gibt es immer , aber es war sicherlich auch schlicht und einfach mangelnde Diziplin, Faulheit und zu einem relativ großen Teil " DUMMHEIT"
Klar...ist doch kein Problem, dann nimmt man halt wieder ab...mag der eine oder andere jetzt denken , aber so leicht ist es nicht. Es fühlt sich an wie ein Teufelskreis..
.Sport soll helfen...Super Idee, aber mit zwei kaputten Knien die keinerlei Belastung ertragen ist das leichter gesagt als getan.
Weniger Essen! Noch bessere Idee, aber durch meine Tablettentherapie habe ich ständig Magenprobleme und muss regelmäßig etwas essen. Außerdem ist es nicht unbedingt förderlich wenn dann die (schlanke) Familie neben einem sitzt und sich die dicke Schokolade rein zieht , die man doch auch immer so gerne gegessen hat. Ich esse gerne, das kommt noch dazu! Dann sitzt da wieder der kleine Teufel auf der Schulter der einem zu flüstert das es so und so egal ist..".jetzt bist du fett...da kommt es nicht mehr drauf an!" es ist wirklich hart.
Ich weiß nicht wie ich es überhaupt schaffen konnte nicht mehr zu rauchen...wenn es doch mit dem Essen auch so einfach wäre.
Man denkt sich das man nur einmal lebt...das man es genießen möchte und nicht ständig hungern will. Aber kann man es so genießen ?
Ich weiß nicht ob Jemand der dick ist wirklich zufrieden mit sich sein kann...ich weiß nur das ich es nicht bin. Ich sehe mich im Spiegel und werde echt wütend über das was ich sehe. Man wird kaufsüchtig, weil man denkt je schöner die Klamotten desto weniger fällt auf wie häßlich man geworden ist.
Man vermeidet es an Orte zu gehen an denen Menschen sind die einen von Früher kennen könnten , aus Angst in deren Augen das Erschrecken zu sehen...oder die Schadenfreude.
Man schämt sich mit seinem Mann gesehen zu werden, weil man nicht möchte das der Mann sich schämt für seine dicke Frau.
Auf Feiern fühlt man sich unwohl, verkriecht sich in der Ecke, will nicht auffallen, weil man denkt alle reden darüber wie man sich verändert hat, dabei ist es völlig egal ob sie es wirklich tun oder nicht denn so lange man denkt das sie es tun könnten lähmt es einen einfach nur.
Man mag im Restaurant kein Dessert bestellen weil man denkt die tuscheln dann über dich.
Beim Einkaufen fürchtet man sich davor das man vor gelassen wird weil Jemand denkt man sei schwanger.
Man guckt genau wo man sich hin setzt , nicht das eine Bank umfällt oder ein Stuhl zusammen bricht (oder etwa eine Hollywoodschaukel reisst weil man sich raufgelegt hat)
Man hört überall versteckte Anspielungen auf das Gewicht heraus , ist ständig auf der Flucht .
Man nervt den Partner mit seiner Unsicherheit, will ständig eine Bestätigung, Liebesgeständnisse und , was am schlimmsten ist , man hat furchtbare Angst nicht mehr zu genügen...das da Jemand kommt der schöner , schlanker und vor allem " einfacher" ist al man selbst.
Mir geht es schon lange so .
Es gibt Tage da kann man sich gut belügen, da findet man alles nicht so schlimm, und in dem neuen Pullover sieht man ja kaum was, redet man sich ein.
Und dann kommt wieder so ein Tag an dem man in ein richtig tiefes Loch fällt.
Man ist auf einer Feier und versucht sich unsichtbar zu machen. Vermeidet es mit Menschen zu sprechen die man lange nicht gesehen hat. Selbst Komplimente über ein schönes Kleid kann man nicht als solche annehmen. Man denkt die sagen das aus Mitleid, weil sie einfach nur "nett" sein wollen ,oder ,man denkt , wenn es sich um Fremde handelt die einem ein Kompliment machen ,das sie denken das man ein besonders schönes Umstandskleid an hat.
Mir ging es erst vor kurzem so.
Es war ein schrecklicher Abend. Alle haben sich amüsiert...nur ich nicht und wenn ich mal ganz ehrlich mit mir selbst bin , dann ist es meine eigene Schuld. Das wurde mir klar nachdem ich mal wieder ganz in Selbsmitleid versunken ein paar Tage gelitten habe.
Ich kann niemanden vorschreiben was er zu denken hat. Und sicher denkt der eine oder andere das ich ziemlich auseinander gegangen bin , aber bin ich deswegen weniger ich ? Ändert es etwas an meiner Person ? Meinem Wesen ? Natürlich habe ich mich verändert. Ich bin nun dick. Sicherlich hat mein zu nehmender Körper mein hart erarbeitetes Selbstbewußtsein ziemlich auseinandergerissen ( man achte auf das Wortspiel), mich unsicher gemacht...aber hat dieser verdammte fette Körper mich zerstört ? Ist da noch irgendwo in mir die Kathrin die ich mal gewesen bin ?
Mir fehlt mein altes Leben. Mir fehlt mein Job, den ich nicht mehr ausüben kann weil die Knie streiken, mir fehlt es zu tanzen bis ich nicht mehr kann, mich frei zu fühlen, mir fehlt meine Hosengröße 38-40.mir fehlt es einfach los zu rennen ..alles was mich ausgemacht hat ist weg...futsch....unerreichbar., Aber hat mich nur das ausgemacht ?
Ich habe viel darüber nachgedacht. Man muss sich selbst mögen. Wenn man sich selbst nicht mag wie sollen es dann andere ?
Das fällt mir im Moment noch schwer doch ich denke ich kann daran arbeiten. Ich muss mich einfach nur neu finden.
Vielleicht sollte ich versuchen es mit Humor zu nehmen....( wenn ich dadurch an der Kasse schneller dran komme ist es vielleicht auch nicht schlecht)
Heute ist ein guter Tag...heute komme ich damit klar das ich" plötzlich " ( haha) dick bin.
Morgen kann es anders aussehen.
Jeder Tag ist ein Kampf und ich fürchte mich davor zu verlieren...Mich zu verlieren, aber aufgeben ist nicht....das kann ich nicht , denn ich esse nicht nur gern...ich lebe auch gern und will lernen es wieder zu genießen..
Warum schreibe ich das alles ? Aus vielerlei Gründen. Zum einen möchte ich einmal aus der Sicht einer " dicken" zeigen wie es ist " dick" zu sein. Wie sich ein "dicker" fühlen kann.Ich schreibe "kann" weil ich ja eigentlich nur von mir ausgehen kann....wie andere "dicke" sich fühlen weiß ich nicht.
Dann schreibe ich es weil viele mich oder mein Verhalten vielleicht nicht immer verstanden... haben...lach...nicht schlimm...wie ihr seht verstehe ich mich auch nicht immer.
Ich habe es satt mich zu verstecken...nun kann ich es auch nicht mehr ...zumindest nicht vor denen, die diesen Beitrag gelesen haben.
Vor allen anderen ?Vielleicht...
Morgen ist ein neuer Tag und ich weiß noch nicht ob es ein guter oder ein schlechter sein wird-.
Vielleicht bin ich ja morgen" plötzlich "wieder schlank!
Hab ich erwähnt das ich auch eine "Träumerin" bin ?
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